Eine Weltreise auf die Lofoten

Hallo Ihr Lieben,

schön, dass Ihr uns wieder digital begleitet auf unserer Reise auf die Lofoten!

Bevor ich mit meinem Reisebericht starte, erst mal ein kleiner erdkundlicher Ausflug. Denn bei unserer Ankündigung, dass wir unseren nächsten Urlaub auf den Lofoten verbringen werden, schauten wir in 98% der Fälle in überaus verwirrte Gesichter: „Ach toll… schön, schön… die Lofoten… Jaaaaa… Wo sind die???“ So oder so ähnlich verliefen alle Gespräche. Nur zwei Damen konnten sofort sagen, wo die Lofoten geografisch einzuordnen sind. Ok, die eine Dame hat in dem Land, zu dem die Lofoten gehören, studiert (liebe Grüße an Nina) und die andere ist einfach erdkundlich sehr bewandert (liebe Grüße an Silke).

Und wo sind sie nun, die Lofoten?

Die Lofoten liegen weder bei Kuba (das wäre die Karibik), noch vor Afrika (das wären dann die Kanaren) und definitiv auch nicht vor Portugal (das wären die Azoren) – dennoch alles geografische Einschätzungen, die uns entgegengebracht wurden. Die Lofoten sind eine Inselgruppe, die zu Norwegen gehört. Die rund 80 Inselchen liegen ca. 100 bis 300 km nördlich vom Polarkreis und zwischen 50 und 100 km vom norwegischen Festland entfernt. Und nein, hier gibt es keine Eisbären und noch mal nein, auch keine Pinguine (die leben übrigens außer im Zoo nirgends auf der Welt zusammen mit Eisbären). Und drei mal nein, Eisschollen schwimmen hier auch nicht im Wasser. Die Temperaturen sind hier trotz der sehr nördlichen Lage recht mild, was auf den Golfstrom zurückzuführen ist, der sich praktischerweise vorbeischlängelt. Ende geografisch-klugscheißerischer Ausflug!

Der Start unserer Reise

Kommen wir nun zum Anfang unserer Reise, die einer Weltreise gleich kommt. Bei der Anreisezeit, die wir bis hier her benötigt haben, könnte man tatsächlich meinen, dass die Lofoten irgendwo kurz hinter Neuseeland liegen. Dabei sind sie „nur“ 1.988 km Luftlinie (oder 2.990 km über Land) entfernt von Weilerswist. Zum Vergleich: bis Christchurch in Neuseeland sind es 18.682 km Luftlinie – bei der Berechnung der Fahrtstrecke über Land stürzt Google komischerweise ab…
Unsere Reise begann mit einer Autofahrt bis zum Bahnhof Weilerswist. Von dort ging es mit der Regionalbahn nach Köln Süd, von dort weiter zum Flughafen Düsseldorf. Da dann flux in den Flieger gen Oslo. Und ab da war dann auch Ende mit FLUX. Denn wir hatten uns gerade gemütlich im Flugzeug eingerichtet, als die Durchsage kam, dass wir einen „Crack“ im Gepäckraum des Fliegers haben und ein Techniker gerade prüfe, ob wir fliegen können. Sehr vertrauenswürdig, mit einem „Crack“ (also zu Deutsch einem Riss) unterm Hintern fliegen zu müssen. Das Gepäck aller Passagiere wurde direkt unter unserem Fenster dennoch fröhlich weiter eingeladen, um 30 Minuten später wieder ebenso fröhlich komplett ausgeladen zu werden. Uns ließ man die ganze Zeit gemütlich auf heißen Kohlen sitzen. Denn uns war klar, dass es mit unserem Anschlussflug ab Oslo überaus knapp werden würde, da wir dort nur 50 Minuten zum Umsteigen hatten.

Irgendwann kam die Entwarnung von MacGyver aus dem Gepäckraum – einfach ein bisschen Spucke und zwei Streifen Tesafilm auf den Riss und ab die Post. Also wieder rein mit dem ganzen Gepäck-Geraffel, diesmal einfach weiter hinten im Flugzeug. Wir sahen uns schon beim Abheben mit dem Heck des Fliegers über den Boden schleifen und haben nur auf das Schleifgeräusch gewartet, aber irgendwie hat der Pilot den Arsch dann doch hochbekommen. Also nicht seinen, den des Fliegers natürlich. Da wir mit rund einer Stunde Verspätung gestartet sind, war damit schon klar, dass wir den Anschluss nicht bekommen werden, was uns der Stewart kurz vor Ankunft in Oslo sehr freundlich bestätigte. Also waren wir um 23 Uhr gestrandet in Oslo. Ein hübsches Zimmer im Hotel direkt am Flughafen und Fressgutscheine im Wert von 1.000 NOK (ca. 100 €) gab’s als „Willkommensgeschenk“ – sehr freundlich die Norweger!

Am nächsten Morgen

Nach einem leckeren Frühstück im Hotel (auch auf Kosten der Airline – der Lachs war ein Gedicht!) gab es beim Check-In die nächste tolle Nachricht: „Ihr Flug nach Bodø geht um 8.40 Uhr, aber ob es von dort heute SCHON weiter auf die Lofoten geht, können wir nicht sagen. Sie sind auf der Warteliste, weil alle Flüge heute ausgebucht sind.“ Na tolle Wurst! Auf diese Nachricht sind wir dann erst mal zum Frust-Shoppen durch den Flughafen gestapft, um auch ja jeden einzelnen der 1.000 Kronen auf Kosten der Airline auszugeben. Blöd nur, dass man dafür ausschließlich Essen kaufen durfte. Kirstin hatte sich schon so in ein tolles Lego-Set verliebt. Aber wir haben es geschafft, die Kohle komplett auf den Kopf zu hauen und waren sehr überrascht, wie wenig Ausbeute man für 1.000 NOK bekommt. Norwegen ist echt verdammt teuer (na gut, inkl. Flughafen-Aufschlag)! Aber es gab immerhin einen echten Jamie Oliver Kaffee, nur der Chef war nirgends zu sehen, obwohl er, dem Kaffeepreis nach zu urteilen, jede einzelne Bohne persönlich angebaut, getätschelt, gepflückt, geröstet und gemahlen haben muss. Anders sind die knapp 5,30 Euro für einen einfachen Pott Kaffee nicht zu erklären.

Oslo – Bodø, wie im Flug

Der Flug von Oslo nach Bodø war mit nur etwas über einer Stunde schnell erledigt. Zum Ende hin wurde nur recht deutlich, dass das Wetter rund um die Lofoten aktuell eher semi-gut ist… Über den Wolken blauer Himmel, dann ging’s ewig durch dichte weiße Wolken, die dann abrupt in schwarze Wolken übergingen. Die Kiste hat geschaukelt, als wären wir mit ’nem Fahrrad ohne Dämpfung auf einem Geröllfeld unterwegs mit Schlaglöchern so tief wie der Mariannengraben. Ganz großes Kino – noch ein paar Minuten länger und der Kotztütenverbrauch an Bord wäre ins Unermessliche gestiegen!

Am Flughafen in Bodø wurden wir dann sofort am Abflug-Gate Richtung Svolvaer (unser Zielflughafen auf den Lofoten) vorstellig, um zu sehen, ob vielleicht zwei Passagiere nicht auftauchen und wir ihre Plätze einnehmen können. Das hieß dann aber, dass wir brav auf den (natürlich verspäteten) Flieger warten mussten, dann erst mal alle ankommenden Gäste raus lassen mussten und alle abfliegenden wieder rein und schon 1,5 Stunden später war dann klar, dass nix is‘ mit Abflug. Also wieder ran an den Info-Schalter, hin und her diskutiert, auf den 16.55 Uhr Flug umgebucht, runter zum Gepäckschalter, weil man dort von Hand unser Gepäck irgendwo rausfummeln musste, um auch dieses umzubuchen. Da stellt sich dann raus, dass auch der 16.55 Uhr Flug überbucht ist. Also wieder umgebucht den ganzen Driss, dieses mal auf 17.30 Uhr und Zielflughafen Leknes (auch auf den Lofoten), Telefonat mit dem Mietwagen-Vermieter, ob wir auch das Auto auf Leknes umbuchen können. Ne, können wir nicht. Also auch noch ’nen einstündigen Transfer (auf Kosten der Airline) von Leknes nach Svolvaer gebucht.

30 Minuten Diskussion mit einer wirklich sehr netten (komischerweise nicht blonden) Norwegerin von der Airline und weitere 400 NOK Futtergutscheine später hatten wir uns gerade irgendwo im Flughafen bei lecker gratis WLAN eingerichtet, als die nette Dame auch schon wieder anrief. Jetzt ‚is doch was frei um 16.55 Uhr direkt nach Svolvaer. Wir also wieder hin, wieder umgebucht, wieder neue Bording-Pässe und irgendeine arme Sau muss zum zweiten Mal unser Gepäck suchen gehen, um auch dieses mit neuen Aufklebern zu versehen. Aber jetzt weiß er oder sie ja, wie es aussieht und idealerweise auch, wo er oder sie es vor einer Stunde abgelegt hat.

Geht’s heute noch auf die Lofoten?

Und so sitzen wir nun hier am Flughafen und schlagen die Zeit tot, bis wir HOFFENTLICH endlich an Bord können. Denn die Wetterlage hat heute schon für einige Flugausfälle gesorgt… Aber jetzt gerade haben wir ein anderes, großes Problem: Wie kriegen wir noch mal 400 NOK ausgegeben? Unsere Rucksäcke sind seit Oslo schon voller Schoki und anderem Kram, den man mit an Bord eines Fliegers nehmen darf…

Ich werde morgen berichten, ob wir es endlich auf die Lofoten geschafft haben.

Es grüßt Euch

Eure Mählina

2 Responses

  1. Marlies und Klaus Krüger says:

    … und die bemitleidenswerte Mama liegt die erste Urlaubsnacht in ihrem gemütlichen Bett und kann nicht schlafen, weil die armen „Kinderchen“ da irgendwo in der „Wildniss“ rumhängen und nicht ans Ziel kommen ?

    Nun gut, wie es ausschaut, hat sich ja alles wieder zum Guten gewendet.

    Liebe Grüße von der Ostsee und eine schöne Zeit ?

    Eure Eltern

  2. Mählina says:

    Die Kinderchen sind jetzt zwar total ko, aber die Anreise war dennoch spannend. Und schlecht ging es uns ja nicht, so in der „Wildnis“ von Norwegens größter Stadt – da waren wir definitiv schon „wilder“ untergebracht 😉 Die Airline SAS hat sich nicht lumpen lassen und uns gut versorgt, was uns sicher in ein totales Minusgeschäft für sie verwandelt hat 🙂

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