Bären, Berge und viel Wasser

Hallo Ihr Lieben,

wir sind inzwischen in Banff im gleichnamigen Nationalpark angekommen. Und der Weg dorthin war äußerst spannend und abwechslungsreich. Das Tollste direkt vorweg: Wir haben heute tatsächlich einen Bären gesehen… Einen echten, freilaufenden, lebendigen Bären! Mit meinem nur sehr spärlichen biologischen Fachwissen würde ich behaupten, dass es ein Schwarzbär war (seine schwarze Fellfarbe könnte diesbezüglich das entscheidende Merkmal gewesen sein).

Wir waren ja auf viel gefasst und wenn man hier so durch die Landschaft fährt sieht man quasi in jedem abgebrochenen, dunklen Baumstumpf einen ausgewachsenen Grizzly. Umso erstaunter haben wir dann heute alle fünf aus der Wäsche geschaut, als Patrick mitten auf dem Highway plötzlich schrie ‚Da ist ein Bär!‘. Und was macht man, wenn man einen Bären aus nächster Nähe sieht? Richtig: Bremsen, Türen auf, Kamera schnappen und aussteigen… Und das ganze wohlgemerkt mitten auf dem Highway (aber immerhin auf dem Standstreifen und ein Highway in Kanada ist auch nicht gerade die A3 im Berufsverkehr)… Da saß tatsächlich hinter der Beton-Leitplanke ein Bär, der brav nach links und nach rechts geschaut hat und dann im Bärengalopp über die  Straße gehechtet und im Wald auf der anderen Straßenseite verschwunden ist. Das flauschige Kerlchen war nur leider viel zu flott unterwegs, so dass ich Euch leider kein Beweisfoto schicken kann. Trotzdem… Irre… ein echter Bär!

Aber das war noch nicht alles, was wir seit gestern an Getier gesehen haben. Einen süßen kleinen Chipmunk haben wir
gesehen, der sehr penetrant nach Futter gebettelt hat (wir haben ihn Hammy genannt, weil er so putzig hektisch war, wie Hammy aus ‚Ab durch die Hecke’…). Heute haben wir dann direkt neben dem Besucherzentrum am Rogers Pass ein kleines Murmeltier gesehen (keine Ahnung, ob das wirklich ein Murmeltier war… Schaut selber auf dem Foto…), welches nicht weniger eifrig gebettelt hat und sich in der Hoffnung auf Futter das Kameraobjektiv bis an den dicken, plüschigen Bauch hat strecken lassen. Dann folgten der schon erwähnte Bär, einige Hirsche und am Ortseingang von Banff dann auch noch ein ausgewachsener Elch, der auch wieder direkt neben dem Highway stand. Da soll mir nochmal jemand erzählen, dass Elch, Bär und Co. so scheu sind, dass man sie eigentlich nie zu sehen bekommt! Die Tierchen stehen sich hier am Highway ja quasi die Hufe oder Tatzen platt!

Neben diesen ganzen schnuckeligen Tieren hat die Gegend hier aber auch landschaftlich einiges zu bieten. Man könnte sagen, dass wir heute erst so richtig in Kanada angekommen sind. Also zumindest ist die Landschaft nun hier so, wie sich wohl jeder Kanada vorstellt: Unendlich große Wälder, hohe schneebedeckte Berge, Flüsse, Seen und Wasserfälle. Das alles hatten wir heute und Banff, wo wir die nächsten beiden Tage verbringen werden, verspricht noch viel mehr davon.

In einer rund 6 km langen Wanderung haben wir heute den Emerald Lake umrundet und waren fast alleine auf der Strecke unterwegs. Denn die ganzen Busladungen voller ständig grinsender (und knipsender) Asiaten wurden immer nur für einen maximal 30-minütigen Raus-Aus-Dem-Bus-Rein-In-Die-Geschäfte-Stop am Ausgangspunkt der Wanderung ausgekippt und dann direkt weiter zum nächsten Stop auf ihrer Route gefahren…

Außerdem gab es heute auch noch eine absolut uninteressante, von Menschenhand geschaffene Holzbrücke in der Stadt Golden zu sehen (war als ‚Must see‘ im Reiseführer markiert… Warum, weiß keiner!). Deutlich spektakulärer war dann aber eine durch die Natur geschaffene Brücke – die ‚Natural Bridge‘ im Yoho Nationalpark. Hier hat sich der ‚Kicking Horse River‘ über die Jahrtausende einen Durchgang durch den Felsen geschnitten, wo einst ein Wasserfall war.

Wir können es kaum abwarten, morgen wieder in die Wanderschuhe zu hüpfen und zu Fuß weiter die Gegend zu erkunden. Obwohl ich schon zugeben muss, dass es schon ein wenig unheimlich ist, hier wandern zu gehen, wenn man nun selber erlebt hat, dass es hier WIRKLICH Bären und Elche gibt…

Und wenn wir nicht gefressen werden berichte ich morgen weiter von unserer Erkundung des Banff Nationalparks…

Gut’s Nächtle – Eure Mählina

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