Regen, Gletscher und Pfannkuchenberge

22.11.2011: Inzwischen sind wir nun in Punakaiki an der Westküste der Südinsel angekommen. Und das ging so:

Von Kingston  aus sind wir durch den Mount Aspiring National Park über den Haast Pass gefahren. Eine ganz schön kurvige Sache! Leider hat uns der Regen die ganze Zeit begleitet, so dass sich die spektakulären Aussichten hier leider nur erahnen ließen (aber darüber, dass sie da gewesen sind, sind wir uns einig, nach allem, was wir bisher von Neuseeland gesehen haben).

Nach der ganzen Kurverei durch den Nationalpark war der Tank unseres Campers dann nur noch ein Viertel voll, als wir auf der Küstenseite des Parks in Haast angekommen sind. Zu diesem Zeitpunkt haben wir uns darüber noch keine Gedanken gemacht. Aber als dann die Reservelampe anging und die auf der Karte eingezeichneten Orte sich als nur von Schafen und Kühen besiedelte Käffer präsentierten, wurde uns doch langsam mulmig. Als dann auch noch ein Straßenbauarbeiter sagte, dass die nächste Tankstelle noch rund 30 Fahrminuten entfernt liegt (und das nachdem wir schon rund 50 Kilometer auf Reserve gefahren waren!) haben wir uns innerlich schon nach Fox Glacier trampen oder mit dem Fahrrad fahren sehen. Fahrrad fahren hört sich vielleicht idyllisch an, aber wenn Ihr die kurvigen Auf-und-Ab-und-Hin-und-Her-Straßen hier gesehen hättet, wüßtet Ihr, dass dies kein Spaß gewesen wäre. Vor allem, da es noch rund 60 Kilometer bis zur nächsten Tanke waren und es immer mal wieder geregnet hat…

Alle Nerven waren also bis zum Zerreißen gespannt und es wurde nur noch im Schneckentempo und so sprittsparend wie möglich gefahren. Und der Camper fuhr und fuhr und mit jeder Kurve kam (und ging) die Hoffnung, dass dahinter endlich die rettende Tanke auftaucht… So ging das Zittern dann fast 45 Minuten lang, bis dann tatsächlich endlich das Ortseingangsschild von Fox Glacier kam und direkt dahinter das wunderschöne BP-Logo! Direkt  an der Tanke prangte dann auch ein Schild mit der Aufschrift ‚Last petrol station for 120 km‘ – Ja, das haben wir gemerkt. Die Tankquittung hat dann auch belegt, was wir befürchtet hatten: Den nächsten Hügel hätten wir nicht mehr geschafft, denn wir haben unseren 60 Liter Tank mit 59,92 Liter auffüllen müssen… Aber zumindest wissen wir nun, dass wir fast 110 Kilometer auf Reserve fahren können.

Am nächsten Morgen haben wir eine kleine Wander-Tour bis direkt an den Gletscher unternommen. Gut, bis ganz ran durfte man aus Sicherheitsgründen nicht. Aber zumindest waren wir so nah an einem Gletscher wie noch nie. Ein echt toller Anblick. Das Wetter war zwar immer noch nicht schön, aber zumindest hat es nicht mehr geregnet, so dass wir uns wieder einige Zeit am Gletscher aufgehalten haben.

Später ging es weiter nach Hokitika. Dieser kleine Ort ist die Jade-Hochburg Neuseelands. Also wurde ordentlich eingekauft bis Patrick die Schnauze voll hatte (er war echt tapfer!). Nach diesem kleinen Shopping-Exkurs ging es weiter nach Punakaiki, wo wir uns bei untergehender Sonne die berühmten Pfannkuchenstapel-artig aussehenden Pancake Rocks und die dazugehörigen Blow Holes angeschaut haben. Durch diese Blow Holes werden die Wellen aus dem Meer in die Höhe gepresst, so dass oben entweder nebelartig Gischt rausblässt oder aber auch richtig das Wasser bis oben durchsaust – zum Heulen schön!

Unser Quartier auf dem Campingplatz im selben Ort haben wir damit erst recht spät bezogen, was aber kein Problem war, da noch nicht so viele Camper unterwegs sind und eigentlich immer noch irgendwo ein Platz für unseren kleinen Camper ist. Und morgen entscheiden wir dann nach Wetterlage, ob wir nach Norden in den Abel Tasman National Parkt fahren oder wieder an die Ostküste nach Kaikoura. Wofür wir uns entschieden haben, werdet Ihr in meinem nächsten Artikel erfahren.

Bis bald sagt Eure Mählina.

One Response

  1. Jill says:

    uih, das kommt mir ja bekannt vor… da geht einem ja der A… auf Grundeis. hihi.
    Mählina ist wirklich ganz ganz reizend. Ein wahres Abenteuer-Schaf eben.

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