Kajak-Tour im Abel Tasman Nationalpark

Hallo Ihr Lieben,

auf das Bibliotheks-Netz in Neuseeland ist doch Verlass: auch in Takaka ganz im Norden der Südinsel gibt es in der Bibliothek wieder kostenloses Internet. Also sitzen wir gerade schön im Camper auf dem Parkplatz vor der Bib und surfen was das Zeug hält. Also für mich mal wieder eine Gelegenheit, Euch etwas zu berichten.

Wir haben zwei schöne Tage in Kaiteriteri, einem kleinen Küsten-Örtchen direkt am Eingang zum Abel Tasman Nationalpark, hinter uns. Da wir hier bei unserem letzten Besuch vor drei Jahren schon eine tolle Kajak-Tour gemacht haben, wollten wir so etwas dieses Mal wiederholen.

Gestern haben wir bei wunderschönem Wetter eine ganztägige Tour mit dem Kajak immer entlang der Nationalpark-Küste unternommen. 18 Kilometer sind wir  insgesamt gepaddelt. Kirstin und Patrick jammern gar nicht heute, dass ihnen die Arme weh tun. Aber der Muskelkater ist ja auch bekanntlich immer erst am zweiten Tag so richtig schön…

Die Tour war wirklich fantastisch! Zunächst sind wir mit dem Wassertaxi die Küste heraufgefahren worden bis zur Bark Bay. Dort wurden wir dann samt Kajak direkt am Strand von Bord gelassen. Hier gab es erst einmal eine kleine Sicherheitseinweisung von Koha, unserem (weiblichen) Guide. Wir hatten Glück und konnten die Tour ganz alleine mit ihr machen. Da wir ja schon einige Praxiserfahrung in Sachen Kajak- und Kanufahren vorweisen konnten, fiel die Einweisung entsprechend kurz aus. Danach ging es rein in die hübschen Neopren Spray-Skirts (also diese schicken Teile, die man sich um die Hüften hängt und dann am Kajak festmacht, damit kein Wasser beim Paddeln reinspritzt) und in die noch schickeren Schwimmwesten und raus aufs Wasser.

Wir waren noch keine 20 Minuten auf dem Wasser als die ersten Seelöwen in Sicht kamen – lauter Junge, die auf den Felsen sitzen und darauf warten, dass Mama mit Futter nach Hause kommt. Etwas später kam auch noch ein kleiner Pinguin vorbeigepaddelt, hat kurz zwischen unseren beiden Kajaks den Kopf aus dem Wasser gestreckt, anscheinend entschieden, dass wir ihm zu gefährlich sind, und ist wieder abgezischt.

Zwischendrin hat Koha immer mal wieder die Cookie-Dose ausgepackt und wir haben auf dem Wasser Cookies gefuttert und den herrlichen Ausblick auf die dicht bewachsene Küste, die Felsen, das türkisfarbene Wasser, die goldenen Strände und den blauen Himmel genossen – ein Traum!

Koha ist eine echte Maori und konnte uns entsprechend viele Maori-Legenden zur Region hier erzählen. Wie sich nach und nach herausstellte, scheint ihr Großvater auch ein etwas höheres Tier in ihrem Maori Stamm zu sein. Zumindest hat er einige Bücher speziell über ihren Stamm und zur Geschichte der Maori allgemein geschrieben und wurde im Internet als „The King of Greymouth“ bezeichnet (Greymouth ist eine etwas größere Stadt an der Westküste)… Wen man hier so alles kennenlernt!

An einem besonders schönen Strand, dem Observation Beach, haben wir ca. nach der Hälfte der Strecke Mittagspause gemacht. Das besondere an diesem Strand war, dass er tatsächlich nur vom Wasser aus zu erreichen ist. Es führt keine Straße und auch kein Fußweg zu diesem Strand (was aber auch für viele andere tolle Strände im Nationalpark gilt). Koha hatte ein richtig tolles Mittagessen für uns dabei. Es gab Wraps mit Linsensalat, Rote-Beete-Salat, Avocado, Hühnchen, grünen Salat, Aioli und auch noch Kuchen zum Nachtisch – Lecker! Und das ganze, während man bei einer leichten Brise an einem golden schimmernden Strand sitzt und auf das türkisfarbene Meer blickt…

Kurz vor Ende der Tour hat uns Koha dann noch durch eine ziemlich enge Höhle geführt. Der Weg war tatsächlich nur so breit, dass unsere Kajaks gerade so hindurch passten. Am Ende der Höhle mußten wir rückwärts durch einen anderen Ausgang rausfahren, was uns tatsächlich etwas Mühe gekostet hat, da wir immer die abfließenden Wellen abwarten mußten, um genügend Schwung zu kriegen. Aber wir haben es geschafft und auch das war wieder ein Abenteuer.

Vor der Höhle gab es den „Split Apple Rock“ zu bestaunen – auch mal wieder eine irre Felsformation. Dahinter verbirgt sich ein fast kugelrunder Felsen, der in der Mitte komplett gespalten ist als hätte ihn jemand mit dem Schwert einfach einmal zerteilt.

Zurück in Kaiteriteri wurden E-Mail-Adressen ausgetauscht, weil Koha und Kirstin noch Informationen über ein Buch austauschen wollen, welches Kohas Opa geschrieben hat. Was war das wieder für ein unbeschreiblich schöner Tag!

Und jetzt fahren wir  schön weiter, um an unserem heutigen Zielort noch etwas vom tollen Wetter genießen zu können. Bis zum nördlichsten Zipfel der Südinseln – zum Farewall Spit – wollen wir heute fahren. Und was wir dort und sonst so in den nächsten Tagen erleben berichte ich Euch beim nächsten Mal.

Liebe Grüße

Eure Mählina

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