Art Deco und faule Eier

30.11.2011: Auch, wenn Napier inzwischen schon wieder eine gefühlte Ewigkeit her ist, will ich Euch natürlich trotzdem kurz von diesem schönen Städtchen berichten. Napier ist eine süße kleine Stadt mit einigen Geschäften
direkt am Meer. Es gibt dort schwarze Strände mit recht grobem Sand (oder sagen wir eher Kies), der für die unbehuften, nackten Füße meiner beiden Begleiter eher weniger geeignet war. Sah aber dennoch schön aus. Die vielen Gebäude im Art Deco Stil geben der Stadt auf jeden Fall ein gewisses Etwas. Leider waren wir erst recht spät am Nachmittag dort, so daß eigentlich alle Geschäfte schon geschlossen hatten. Also ging es nach einem kurzen Rundgang direkt zu unserem Campingplatz, der mal wieder eine sagenhafte Aussicht hatte: Wir standen mit unserem kleinen Camper leicht erhöht direkt am schwarzen Strand und hätten aus dem Fenster raus quasi ins Meer spucken können – total schön!

Am nächsten Morgen ging es weiter nach Taupo. Dort haben wir dann erst einmal kräftig geshoppt (denn es ist ja bald Weihnachten, auch wenn man das bei dem sommerlichen Wetter kaum glauben kann). Den Nachmittag haben wir dann einfach mal gefaulenzt und uns einige schöne Stunden in den heißen Quellen direkt neben unserem Campingplatz gemacht. Sogar mit ganz privatem Pool nur für uns alleine.

Vollkommen entspannt ging es am nächsten Morgen nach Wai-O-Tapu ins ‚Thermal Wonderland‘. Pünktlich um 10:15 Uhr konnten wir hier zunächst den Ausbruch des Lady Knox Geysirs bestaunen und das wieder bei
strahlend blauem Himmel und Sonne pur. Waaaahnsinn, was für ein Anblick! Danach haben wir in einem fast dreistündigen Rundgang den Rest des Parks begutachtet. Dort blubbelt und qualmt und dampft und zischt und rumort es aus allen Ritzen und Löchern und Spalten. Und es stinkt überall wie bekloppt nach faulen Eiern. Aber
nach den ersten 30 Minuten hat man sich an den Gestank gewöhnt und kann die spektakuläre Aussicht auf Schwefelberge, blubbernde Schlammlöcher, vor sich hin kochende türkisfarbene bis Textmarker-Neongelbe (kein Scherz!) Seen und Wasserfälle in vollen Zügen genießen. Wieder ein echtes Highlight unserer Reise!

Nachmittags haben wir uns auf den Weg gemacht nach Whakapapa Village am Fuße des 2.796 Meter Ruapehu Vulkans. Nebenan stehen mit dem Tongariro und dem Ngauruhoe noch zwei weitere aktive Vulkane. Ein bisschen
mulmig wird es einem schon, wenn man überall in der Stadt und auf dem Campingplatz Warnhinweise im Hinblick auf einem möglichen Vulkanausbruch findet und Verhaltensregeln, Evakuierungspläne usw. für den tatsächlichen Ausbruch. Unser Campingplatz lag direkt in einer Lahar-Schneise, d.h. wenn der Ruapehu
tatsächlich in dieser Nacht entschieden hätte, spontan auszubrechen (was Vulkane allerdings eher seltener tun), dann wäre das Örtchen so ziemlich futsch gewesen. Und ja, der Vulkan ist wie gesagt tatsächlich noch aktiv und zuletzt im Jahr 2000 ausgebrochen…

Abends haben wir uns für unsere große Tour zum ‚Tongariro Alpine Crossing‘ gerüstet. Mein Wandertäschchen war schnell gepackt, aber meine beiden Nicht-Hufler sind etwas nervös und unsicher darüber, was sie am nächsten Tag erwartet, durch den Camper gehuscht. Und was genau sich hinter dem ‚Tongariro Alpine Crossing‘ verbirgt und warum die beiden so nervös waren berichte ich Euch beim nächsten Mal.

Müffelige Grüße aus der Vulkanregion Neuseelands sendet Euch

Eure Mählina

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