Norwegen mal anders

Hallo Ihr Lieben,

ich bin endlich wieder auf Reisen – und endlich wieder in Norwegen. Aktuell befinde ich mich auf der MS Nordkapp, einem herrlichen Schiff aus der Hurtigruten-Flotte. Draußen sind es schnuckelige -11 Grad Celsius und die Landschaft ist dick verschneit. Wo ich bin? In Stokmarknes. Wie, das kennt Ihr nicht? Na Stokmarknes eben, auf den Vesteralen, einer wunderschönen Inselgruppe vor der Küste Norwegens nördlich des Polarkreises. Wie ich hier her kam? Ja, das war sooo…

Vor einer Woche bin ich zusammen mit Kirstin und Patrick mit dem Flieger aufgebrochen nach Bergen. Dort sind wir an Bord des Schiffes gegangen und haben damit unsere Reise entlang der norwegischen Küste begonnen. Unsere Route wird uns bis hoch an die russische Grenze führen und wieder zurück nach Bergen.

Der ersten Morgen an Bord war schon überaus interessant. Wie heißt es doch in diesem Lied: Eine Seefahrt, die ist lustig, eine Seefahrt, die ist schön, ja dann kann man viele Leute an der Rehling kotzen sehen… Ja, und eben dieses Bild bot sich am ersten Morgen pünktlich zur Frühstückszeit. Denn das Wetter war reichlich ungemütlich, sodass wir etwas mehr Seegang hatten, als die meisten wohl erwartet hatten. Aber kein Thema, die Kotztüten liegen hier an jeder Ecke zum unmittelbaren Gebrauch bereit. So auch direkt im Restaurant neben dem Buffet…

Patrick ist ein ganz Starker und ohne mit der Wimper zu zucken futtern gegangen. Kirstin und ich haben doch lieber versucht, immer schön auf den Horizont zu schauen. Doof nur, dass es um diese Jahreszeit hier vor 10 Uhr morgens zappenduster ist und somit leider absolut kein Horizont sichtbar ist. Es war also allen schnell klar, dass hier andere Mittel her müssen, um der Seekrankheit entgegenzuwirken. Augen zu, schlafen, hinlegen, Tabletten nehmen, Akupressur-Armbänder anziehen oder eben die Kotztüten füllen… Inzwischen haben wir uns mit dem Geschaukel ganz gut arrangiert (ohne auch nur eine einzige Kotztüte angefasst zu haben), sodass uns nicht mehr duselig wird. Aber wir mussten auch durch eine harte Schule. Denn an Tag 2 war es nicht nur windig, sondern wir müssten durch einen ausgewachsenen Sturm mit Windstärke 8 und 8 Meter hohen Wellen… Puh, das grenzte schon an eine Fahrt in der Achterbahn, wenn man sich im vorderen Teil des Schiffes aufhielt. Da ging der ganze Kahn schon mal kurzzeitig in den freien Fall über.

Von diesem unschönen Teil der Reise abgesehen haben wir hier alles ganz wunderbar angetroffen. Das erste Highlight war die Überquerung des Polarkreises. Alle an Bord bekamen für diese sensationelle Leistung eine Urkunde mit Namen und Datum. Und Neptun persönlich kam vorbei, um den ganz harten eine Polarkreis-Taufe zu verpassen. Dabei bekamen wir eine große Suppenkelle voll Eis und kaltem Wasser in den Nacken und damit unter die kuschelig warmen Jacken gekippt. Zur Belohnung gab es anschließend einen kleinen Schnaps. Kirstin hat 30 Minuten nach der Taufe noch Eisstückchen hinten in ihrem Sport-BH gefunden.

Einen netten Kerl habe ich hier auch kennengelernt. Olaf heißt er und ist ein schmucker Schneemann. Von irgendwoher kommt er mir schwer bekannt vor, ich weiß nur nicht, von wo…

Heute ist Silvester und wir haben pünktlich zum leckeren 5-Gänge-Dinner am Hafen in Stokmarknes angelegt. Eigentlich war hier schon alles geschlossen. Aber extra für die knapp 600 Gäste an Bord unseres Schiffchens wurde das Hurtigruten-Museum in der Stadt noch mal aufgemacht und wir konnten (sogar kostenlos) die Ausstellung zur Geschichte der Postschiff-Flotte besichtigen. Und auch in Norwegen ist keine Silvesterparty perfekt, wenn man nicht »Dinner for One« gesehen hat. Also brachte das Bordkino zur Belustigung aller »the same procedure as every year«.

Anschließend ging es zur Hutparade an Bord. Die Norweger habe da anscheinend so eine verrückte Silvestertradition, nach der sie sich mit witzigen Hüten schmücken. Und so eine Parade gab es eben auch auf unserem Schiff. Kirstin hatte sich nachmittags schon die Finger wund gebastelt und einen tollen Stern mit Glitzerbommeln als Hut gefaltet. Gewonnen hat sie mit dem Modell nicht. Aber dennoch wurde sie von vielen Gästen (auch noch Tage später) auf den tollen Stern angesprochen. Mir steht er aber auch ganz hervorragend, oder was meint Ihr zu meinem Foto oben?

Kurz vor Mitternacht ging es hoch aufs Außendeck, um mit Sekt bewaffnet den Countdown zum neuen Jahr runterzuzählen. Und ab Mitternacht wurde überall geböllert und mit Rettungsraketen rumgeschossen, was das Zeug hielt. In diesem Sinne: Ein wunderschönes neues Jahr Euch allen!

Wie unsere Reise weitergeht, erfahrt Ihr in den nächsten Artikeln.

Liebe Grüße,

Eure Mählina

One Response

  1. reviver tom says:

    Hallo Mählina,

    also der Hut steht Dir wirklich ausgezeichnet!
    Du solltest versuchen Ihn Kirstin abzuquatschen.

    Vielleicht hilft der auch gegen kosmische Strahlungen!? ;O)

    FROHES NEUES JAHR EUCH ALLEN!

    Lieben Gruß; auch an die beiden Reiselustigen

    tom

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