Hobbits, überflutete Straßen und heiße Strände

Hallo Ihr Lieben,

unseren Besuch bei den Hobbits in Hobbiton (oder Matamata, wie der Ort tatsächlich heißt) habe ich Euch beim letzten Mal ja schon angekündigt. Und was soll ich wieder sagen: Es war toll! Wir hatten riesiges Glück mit dem Wetter. Den die Tage vor unserem Besuch war es leider sehr durchwachsen und hat auch immer mal wieder geregnet. Aber als wir bei den Hobbits ankamen, war herrlicher Sonnenschein, so dass es im Hobbiton genauso idyllisch aussah, wie in den „Herr der Ringe“ bzw. „Der Hobbit“ Filmen.

In Hobbiton ist auf dem Farmgelände der Alexander Familie das gesamte Set zu finden, welches für den Dreh der Kinofilme verwendet wurde. Insgesamt 45 kleine Hobbithöhlen kann man dort bestaunen – allerdings (bis auf eine Höhle) nur von außen. Denn alles was in den Filmen in den Höhlen spielt, wurde im Studio gedreht. Die Höhlen sind alle ganz unterschiedlich und individuell gestaltet mit sehr vielen Deko-Utensilien, Blumen, echten Kräutern und Obst. Aus den Schornsteinen der Höhlen kommt teilweise Rauch und hier und da hängt die Wäsche zum Trocknen über der Leine. Das ganze wirkt wirklich, als würden jeden Moment Frodo, Sam und Bilbo um die Ecke kommen und freundlich grüßen.

Neu im Vergleich zu unserem Besuch hier vor 3 Jahren war, dass die Besitzer der Anlage den „Green Dragon“ – als das Gasthaus der Hobbits – nun zu einem tatsächlichen Gasthaus umgebaut haben. Wir hatten nun also die Möglichkeit, ein leckeres hausgemachtes „Ginger Beer“ im legendären Green Dragon zu trinken – und das auch noch auf Kosten des Hauses. Echt irre!

Von Matamata aus sind wir weiter auf die Coromandel Halbinsel gefahren. Auf der Westseite der Coromandel habe wir einen ganz entspannten Ruhetag in der Fantail Bucht verbracht. Das Wetter war zwar bewölkt, aber zumindest tagsüber trocken, so dass Patrick angeln, Kirstin einiges schreibe und lesen und ich in Ruhe im Gras schlafen konnte.

Irgendwann kam Patrick dann ganz hektisch vom Angeln zurückgeflitzt und brabbelte etwas von einem Pinguin. Wir also mit ihm zurück an seinen Angel-Spot und siehe da: Da sitzt doch tatsächlich ein kleiner blauer Pinguin – und die sind verdammt selten – und schaut uns mit großen Augen an! Wir wussten gar nicht, dass es hier Pinguine gibt. Umso mehr hat uns dieser unerwartete Besuch gefreut.

In der folgenden Nacht haben wir bzw. hat gesamt Neuseeland dann den Zyklon Ita zu spüren bekommen. Mit heftigem Regen und Windböen bis zu 120 km/h hat es beide Inseln heftig durchgepustet und ordentlich nass gemacht. Wir standen auf dem Campground zum Glück hinter einem Hügel, so dass wir nachts nur den heftigen Regen und vielleicht mal die eine oder andere stärkere Böe mitbekommen haben. Als wir am nächsten Morgen wieder raus wollten aus der Bucht, ging nichts mehr. Denn der Regen hatte über Nacht die Flüsse dermaßen ansteigen lassen, dass sie an mehreren Stellen die eine Straße geflutet hatten, die weg führt aus der Region. Und so hieß es dann eben erst einmal abwarten direkt vor der überfluteten Stelle, bis der Regen aufhört (was er freundlicherweise auch nach kurzer Zeit getan hat). Immer mehr Leute stauten sich in den nicht ganz 2 Stunden an dieser Stelle und habe gemeinschaftlich auf das Zurückgehen der Wassermassen gewartet und nette Pläuschchen gehalten.

Das Wetter war dann ganz plötzlich auch wieder richtig toll und der über die Straße laufende Fluss irgendwann nur noch 30 cm tief, so dass wir uns alle durch die Fluten gewagt haben. Immer weiter vorbei an wunderbaren Stränden und Buchten und später dann durch fast urzeitlich wirkende (Farn-)Wälder ging es weiter auf die Ostseite der Coromandel Halbinsel an die Cathedral Cove. Pünktlich zum Start des Sonnenuntergang sind wir an diesem riesigen, natürlichen Tunnel im Felsen angekommen (der seinen Namen aufgrund seiner Form hat, die an die Decke einer Kathedrale erinnert). Das Meer war vom Zyklon Ita noch sehr aufgewühlt und entsprechend hohe Wellen sind gegen die Felsen rundherum geschlagen – Der Wahnsinn!!!

Direkt an der Cathedral Cove haben wir übernachten können und waren damit am nächsten Morgen ist bester Ausgangslage zum nur ca. 10 Fahrminuten entfernt liegenden Hot Water Beach. Das besondere an diesem Strand ist, das heiße Gesteinsschichten unter einer bestimmten Stelle des Strandes liegen und Wassereinschlüsse tief im Sand erhitzen, die dann wiederum bis hoch an die Strandoberfläche blubbern.

Dieses Spektakel ist allerdings nur bei Ebbe (bzw. 2 Stunden davor und danach) zu erleben, da die Strandstelle bei Flut unter Wasser ist. Da Ebbe allerdings erst gegen 15 Uhr war, hatten wir eigentlich gar nicht vor, so lange zu warten und wollten uns nur einen gemütlichen Vormittag am Strand machen. Und das haben wir dann auch getan. Das Wasser war ganz gut erträglich zum Baden und einfach nur darin entlang spazieren. Die Zeit ist irgendwie vergangen wie im Flug, so dass Patrick irgendwann beim Entlanglaufen am Strand noch unter Wasser die Stelle gefunden hat, wo das heiße Wasser aus dem Strand aufsteigt.

Und dann ging es los – das kollektive Buddeln! Immer mehr Leute kamen an den Strand und versammelten sich binnen 30 Minuten an der „heißen“ Stelle. Mit Schaufeln, Töpfen, Schüsseln, Holzstücken oder einfach nur mit den Händen wurde die nur rund 15 mal 15 Meter große Stelle des Strandes systematisch umgepflügt, bis jeder seinen eigenen kleinen „Hot Pool“ gegraben hatte. Die einzelnen Pools wurden irgendwann zu gemeinsamen, großen Pools verbunden und es ging ein gemeinschaftliches „Nooooooooooo!“ durch die Menge, wenn größere Wellen reinrollten und die so mühevoll aufgetürmten Schutzwälle der Pools wegspülten. Ein irrer Spaß!

Unser Pool war allerdings der mit Abstand heißeste, da wir an einer Stelle gebuddelt haben, wo richtig Blasen aus dem Sand hochkamen und der Sand so heiß war, das man nicht mehr darauf stehen konnte. Als dann also irgendwann die Ebbe da war und keine kalten Wellen mehr unseren heißen Pool geflutet haben, wurde der Pool so heiß, dass wir nicht mehr darin sitzen konnten.

Nach diesem „heißen Strand“ sind wir nach Miranda gefahren, was auf Auckland Seite der Coromandel Bucht liegt. Der Campground dort hatte einen tollen „Hot Mineral Pool“, in dem wir es uns abends (nachdem die ganzen wild planschenden und plärrenden Kinder im Bett waren) fast eine Stunde lang haben gut gehen lassen.

Gestern sind wir dann durch Auckland durchgefahren, was einfach nur Stress pur war. Diese Stadt ist eine wirklich verdammt große Großstadt – auch nach Deutschen Maßstäben – und es gibt total verwurschtelte echte Autobahnen. Und das ganze dann noch in Kombination mit einem verwirrten Navi… Wir waren also froh, als wir den Großraum Auckland wieder verlassen haben und weiter in das deutlich ruhigere Northland fahren konnten. Aktuell sind wir in Snells Beach und genießen das herrliche Wetter am Strand. Die nächsten – und leider letzten – 6 Tage werden wir uns nun zum krönenden Abschluss durch den nördlichsten Teil Neuseelands bewegen. Ich werde bald wieder berichten.

Liebe Grüße und bis bald

Eure Mählina

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