Per Boot durch den Vulkan-Krater

Hallo Ihr Lieben,

seit gestern sind wir motorisiert unterwegs mit unserem kuscheligen Camper. Gestern morgen haben wir unser Gefährt Modell VW-Sprinter mit Klo, Dusche, Gas-Kochfeld inkl. Grill vom deutschstämmigen Vermieter Wendekreisen in Christchurch abgeholt und sind erst einmal zum empfohlenen Supermarkt gefahren. Warum genau dieser Supermarkt empfohlen wird, zeigte sich an der Parkplatz-Situation: Der Supermarkt (oder besser gesagt die Shopping-Mall, zu welcher er gehört) hat einen riiiiesigen Parkplatz, auf dem auch der noch ungeübte Wohnmobil-Fahrer trotz Linksverkehr und großem Gefährt unter Hintern nicht allzuviel verkehrt machen kann. Und anscheinend werden alle WoMo-Frischlinge dorthin geschickt. Zumindest waren auf dem Parkplatz diverse Wohnmobile und Camper aller Größen und Arten zu sehen.

Nach dem Großeinkauf ging es schnell raus aus der Stadt und rein ins Vergnügen. Knapp 80 Kilometer südlich von Christchurch liegt auf einer Halbinsel der schnuckelige kleine Ort Akaroa, in dem wir uns gerade befinden. Der Ort befindet sich am Rande eines Vulkan-Kraters. Allerdings ist dieser vor rund 2.000.000 Jahren erloschen und der Krater ist inzwischen zum Meer hin geöffnet, so dass Akaroa nun also in einer schön geschützten Bucht direkt am Wasser liegt.

Direkt am Wasser haben wir auch die letzten Nacht verbracht (und werden wir auch heute Nacht verbringen). Wir haben für unseren Camper nämlich gestern einen tollen Stellplatz gefunden, auf dem wir – nur durch etwas Schilf getrennt – direkt am Wasser stehen können. Und das erfreulicherweise auch noch gratis.

Das Örtchen Akaroa ist wirklich total schnuckelig. Hier findet man viele kleine, süße, bunte Häuschen mit niedlichen Gärtchen, viel Deko-Kram und allerlei Blumen. Es gibt viele kleine Lädchen und Cafés und das eben alles in direkter Meer-Lage. Und die Berge rundherum dürfen natürlich auch nicht fehlen. Echt toll – wie übrigens auch das Wetter mal wieder!

Heute morgen hat ein Kreuzfahrtschiff hier angelegt (also auf der anderen Seite der Bucht, um genau zu sein, weil es aufgrund des zu flachen Wassers nicht näher rankommen kann) und dann war erst einmal Schluß mit Ruhe und Beschaulichkeit. Wie beim Almabtrieb wurden die Touris in kleinen Beibooten von Bord gekarrt, einmal durch den Ort gejagt und dann wieder in die Boote verfrachtet. Hübsch, wie das Vieh – äh die Passagiere meine ich natürlich – mit bunten Aufklebern und Umhängebändchen markiert wurde, damit sie auch ja alle wieder auf das richtige Schiff zurückgekarrt werden. Gut, es liegt nur ein einziges Schiff hier, aber sicher ist anscheinend sicher.

Das Herden-Verhalten haben wir uns eben ganz gemütlich und in aller Ruhe mit einem Käffchen von einem der zahlreichen Straßencafés aus angeschaut. Es ist echt manchmal zum Brüllen, was für Menschen auf diesem Planeten rumlaufen: Da sind die Augen-Tinitus-erregend bunt gekleideten Herren mit nur dezent verteilter Sonnencreme im Gesicht… Oder auch die Dämchen die der Meinung sind, bei einem Landgang auf jeden Fall die High-Heels oder die 30-cm hohen Plateau-Treter anziehen zu müssen… Und immer wieder schön sind auch die Vertreter der Kategorie „kein-Kleidungsstück-passt-zum-anderen“ (Tennis-Schuhe auf langen schwarzen Rock kombiniert mit grüner, langer Strickjacke, abgerundet mit einem riesigen pinken Stroh-Hut)… Nein, wir lästern nicht. Wir erfreuen uns nur an unseren Mitmenschen! Viele Grüße an dieser Stelle an unseren Kardinal Steffen, an den wir beim heutigen Kreuzfahrtschiff-Passagier-Sightseeing denken mussten! Du hattest zu Deiner Schiffszeit bestimmt viele ähnliche Begegnungen…

Den Vormittag haben wir heute mit einer tollen Boots-Tour verbracht. Mit Skipper Tony sind wir auf seinem kleinen Boot (Modell Fischer-Boot) über den Krater geschippert auf der Suche nach jeder Form von Meeresgetier, welches sich uns vor die Linse schmeißen wollte. Und es hat sich einiges geschmissen: Kleine Pinguine, Seelöwen, Albatrosse, Cormorane, Delfine und jede Menge Tauchvögel und Möven. Was für eine tolle Tour! Die Delfine waren natürlich das Highlight. Skipper Tony hatte schon angefangen, sich Sorgen zu machen, weil sich die Delfine nicht blicken lassen wollten und er all seinen Gästen verspricht, dass sie welche sehen werden. Aber irgendwann kamen sie dann doch und haben mit dem Boot gespielt – zur Freude aller. Auch Bord-Hund Fluffy hatte seinen Spaß, da er anscheinend auch immer Ausschau nach den Delfinen hält. Zumindest hat er sich bellend gefreut, als sie direkt neben ihm und uns im Wasser erschienen sind.

Eben dann auch noch der Kracher: Da schmeißt Patrick seine neue Angel zum ersten Mal aus – quasi aus dem Camper heraus – und lässt sie zwischen Parkbank vor uns und Camper eingeklammt stehen, um nebenbei das Essen vorzubereiten, als das Ding auch schon anfängt zu zappeln. Und was fängt der große Angelmeister: Einen Hai – kein Scherz!!! Genauer gesagt einen Rig-Hai (keine Ahnung, wie das Tierchen in Deutsch heißt). Das gefangene Modell war noch nicht ausgewachsen, aber trotzdem rund 50 cm lang. Anscheinend hätten man ihn essen können (so sagt zumindest unsere Karte neuseeländischer Speise-Fische), aber Patrick hat ihn wieder freigelassen. Bei der Bootstour hatte uns der Skipper noch erzählt, dass es hier Haie gibt, woraufhin Kirstin und ich entschieden haben, hier in der Ecke vielleicht doch lieber nicht Kanu fahren zu gehen. Aber dass Patrick dann direkt einen davon angelt…

Je nach Wetterlage wollen wir noch ein paar Tage hier in der Gegend bleiben und dann weiter in Richtung Süden fahren – mal sehen. Akaroa hat uns auf jeden Fall mal wieder sehr positiv überrascht. Keine Ahnung, warum wir hier bei unserer letzten Reise vor drei Jahren nicht waren. Ach übrigens: auch hier haben wir uns mal bei den Immobilien-Angeboten umgeschaut… Wir warten also auf Eure Angebote 🙂

Liebe Grüße und bis bald

Eure Mählina

2 Gedanken zu „Per Boot durch den Vulkan-Krater

  1. alles AMIS,..bedingt durch ein BLÖDHEITS-GEN, was mal leider nicht selektieren kann, sehen diese Affen, zum Leidewesen unsereins, immer aus wie die Papgeien von Hosemanns Willi.

  2. Nun ja, ich kann mir irgendwie auch nicht vorstellen, dass eine Kreuzfahrt wirklich schön ist. Deine Beschreibungen haben wir auch auf Sizilien gesehen. Dort gab es ein niedliches kleines Fischerdorf, allerdings lag im Hafen ein sehr hohes Hochhaus (diie Stockwerke habe ich nicht gezählt) einfach überdimensioniert, als Kreuzfahrtschiff. Ein Alptraum. Aber jeder mag ja seine eigenen Alpträume.
    Das der kleine Hai weiterleben durfte, das freut mich sehr. Bei uns ist das Wetter, genannt der goldene Frühling, sehr schön und wir werden morgen bei Jill zu Mittag grillen. Über 20 Grad soll es werden. Einfach unglaublich.
    Liebe Grüße
    Ilona

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..