We did it – Der Tongariro ist bezwungen

01.12.2011: Das Wichtigste direkt zu Beginn: Wir haben es geschafft! Zu Fuß über die Alpen (also die neuseeländischen Vulkan-Alpen). 19,4 Kilometer Gesamtdistanz, 800 Höhemeter teilweise sehr steil bergauf und auf der anderen Seite 1.150 Höhenmeter streckenweise nicht weniger steil wieder runter! Ach so, ich wollte ja noch erklären, was ‚Tongariro Alpine Crossing‘ eigentlich ist.

Wie Ihr der Einleitung entnehmen könnt verbirgt sich hinter diesem Namen eine doch recht anspruchsvolle und atemberaubend schöne Wanderung über den Vulkan Tongariro und seinen direkten Nachbarn, den Schicksalsberg (oder auch Ngauruhoe, wie er außerhalb der Herr der Ringe Saga tatsächlich heißt. Ja, es gibt ihn wirklich, den Schicksalsberg. Aber meine beiden Begleiter haben ihre Ringe trotzdem nicht ins Feuer des Berges geschmissen (es war ja auch kein Gollom da, der die Ringe mit sich in die Tiefen des Berges nimmt…).

Genug der Herr der Ringe Parallelen, weiter mit den Details unserer Wanderung. Der Tongariro Alpine Crossing gehört zu Neuseelands ‚Great Walks‘ (also den eindrucksvollsten Wanderrouten des Landes) und ist laut
Reiseführer ‚die schönste Tageswanderung der Welt‘, was wir nur bestätigen können. Gestartet sind wir um 7:30 Uhr in Mangatepopo mit frischen Beinen und voller Elan (also die beiden hatten frische Beide, ich hab im Rucksack noch ne Runde geschlafen). Zunächst ging es auch noch ganz entspannt und nur leicht bergauf.
Aber dann kam ‚Devils‘ Staircase‘ – und ich kann Euch nur sagen, dass dieser Anstieg seinem Namen nur allzu gerecht wird: Ziemlich genau eine Stunde lang ging es über eine Stufe nach der anderen steil bergauf und bergauf und bergauf. Bei dem ganzen Geschnaufe bin ich wach geworden, was aber wirklich gut war.
Denn so konnte ich in Ruhe die grandiose Aussicht auf die fast unwirkliche Vulkanlandschaft um uns rum genießen.

Es folgte eine flache Passage durch einen Krater hindurch, bis der nächste knackige Anstieg folgte (dieses Mal ohne Stufen, aber dafür mit viel losem Lava-Geröll, was nicht unbedingt für einen sicheren Tritt gesorgt
hat). Zwischendrinn gab es noch kleinere Kletterpassagen, bei denen nicht wirklich ein Weg zu erkennen war und es hieß, sich einen Weg über die Lava-Felsen zu suchen.

Auf 1.886 Metern hatten wir dann den höchsten Punkt der Tour erreicht. Hier wartete der Red Crater auf uns, aus dem zuletzt 1975 noch Lava geflossen ist. Alle waren froh, den steilen Anstieg geschafft zu haben. Aber es
hatte auch noch keiner auf die andere Seite des Berges geschaut, auf der ein teilweise bis zu 45 Grad (!) steiler Abstieg über eine Schotter-Sand-Strecke auf uns wartete. Ich hab dann mal lieber wieder den Rucksack-Deckel über mir zu gezogen und mir den steilen Anblick erspart. Vielen der Mitwandernden hat dieser Abstieg doch schon sehr zu schaffen gemacht, während andere förmlich runtergerannt sind. Nachdem das ganz steile Stück geschafft war, belohnte der Ausblick auf die türkisfarbenen Emerald Lakes dann alle Nerven wieder.

Von dort an ging es dann nur noch einmal etwas bergauf und danach nur noch mehr oder weniger gemächlich bergab. Das hört sich jetzt vielleicht entspannt an. Aber ein gemächliches Bergab über eine Strecke von
rund 10 Kilometern geht verdammt auf die Gelenke, die Beine und den Rücken (zumindest habe ich mir das sagen lassen, denn im Rucksack war ich sehr entspannt). Sehr unentspannt wird es zusätzlich auch noch, wenn man (wie Kirstin) dringend mal aufs Töpfchen müsste, aber das nächste Klo noch 300 Höhenmeter und 3 Kilometer entfernt liegt und als Alternative kein Busch weit und breit ist, hinter den man verschwinden kann…

Aber wir haben es geschafft und sind um 16:30 Uhr froh und total ko in Ketetahi angekommen, von wo uns dann ein Shuttle wieder zurück zu unserem Camper gefahren hat. Ich bin auf jeden Fall stolz auf meine beiden
Träger (und sie auch ein bisschen auf sich selbst)!

Mit flatterigen Beinen sind die beiden dann nur noch (natürlich inklusive mir) in den Camper gekrochen und wieder zurück nach Taupo gefahren. Denn hier lockte die Aussicht auf ein Bad in den 39 bis 41 Grad heißen Quellen direkt am Campingplatz. Und so ging dieser anstrengende Tag ganz entspannt zu Ende (mit Garantie auf heftigsten Muskelkater in so ziemlich jeder Körperregion).

Mehr aus dem vulkanischen Teil Neuseelands berichte ich Euch Tage.

Liebe Grüße – Eure Mählina

 

P.S.: Einen weiteren interessanten Bericht zur Tongariro-Wanderung findet Ihr hier

One Response

  1. die "Alten" says:

    Guten Morgen Ihr Lieben !!
    das wird ja immer spektakulärer mit Euch dort unten. Wir sitzen hier bei adventlichem Kerzenschein, und Ihr genießt diese traumhaft schöne Landschaft.
    Wir werden schon immer neugieriger auf Eure Fotos. Schade, dass ich nicht mit Mählina tauschen konnte > im Rucksack würde ich so einen Berg natüüürlich auch schaffen! Respekt vor Eurer Leistung. Hoffen, der Muskelkater lässt sich ertragen !!
    Habt noch ’ne schöne Restzeit. Wir sind ja heute zum Kaffeetrinken bei Burckhard und Ilona.
    Ganz, ganz liebe Grüße von hier oben (!)
    Eure „Alten“, … die verzweifelt nach Weihnachtsgeschenken suchen 😉

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